Wasser mit Heilkraft

Die „Gustav-Adolf-Quelle“

Im Jahre 1901 wurde hier eine Tiefbohrung niedergebracht. Bereits bei –324,8 m wurde Mineralwasser gefunden. Das Wasser sprudelte ohne pumpen aus der Erde (= artesischer Brunnen). Da man aber Erz-, Kohle- oder Kalilager (Kalisalz = Dünger) suchte, bohrte man bis zu einer Endtiefe von –726,9 m weiter. Im Jahr 1903 wurden bis zu einer Tiefe von –52 m Holzrohre eingebaut, die heute noch vorhanden sind. Die Quelle, zunächst nach ihrem Besitzer als „Böhner-Quelle“ benannt, erhielt erst später den Namen „Gustav-Adolf-Quelle“. Unter diesem Namen wurde das mit Kohlensäure versetzte Quellwasser bis etwa 1938 verkauft.

Schüttung ca. 500 ltr. in 3 Minuten,pro Liter etwa 3,7 Gramm hochwertige Mineralien, Temperatur ca. 19,8 Grad. Wurde früher, nach Gutachten der Universität Jena, 1919, für Heilzwecke benutzt. Mit ihrem hohen Mineralgehalt von ca. 5,8 g/ltr. ist sie eine der hochwertigsten Quellen Frankens. (Na-Ca-Cl-Eisen-Sulfat-Quelle)

Wegen der Zusammensetzung nicht wie Trinkwasser zu verwenden.

Regelmäßige Anwendung nur in kleinen Mengen nach ärztlicher Anleitung.

(Fürther Nachrichten, 22. März 2000)

Zum Wasser hat die Stadt (Fürth), deren Namen sich von einer Furt herleitet, schon immer eine besonders enge Beziehung. Das Wasser hat einst Karl den Großen hierher geführt, der Fürth mit einer Kirchengründung noch vor Nürnberg aus dem Dunkel grauer Vorzeit heraushob. Und nach dem im Jahre 1901 an der Stadtgrenze zu Nürnberg das Heilwasser der König-Ludwig-Quelle erbohrt wurde, war Fürth bereits auf dem besten Wege zur Kurstadt mit dem klangvollen Namen Bad Fürth.

Das Mineralwasser war unter dem Namen Doosana (vom benachbarten Doos) bald in aller Munde. Doch dann beachte der Erste Weltkrieg den Menschen andere Probleme und zerstörte schließlich auch den schönen Fürther Bädertraum. Von den Kuranlagen auf dem heutigen Grundig-Areal ist nur noch das einstige Kurhaus and der Kurgartenstrasse übrig. Auf der gegenüberliegenden Pegnitz-Seite in der Kleinen Mainau sprudelt der 21 Grad warme Heilquell heute kaum beachtet vor sich hin.

Wie es der Zufall wollte, wiederholte sich der Vorgang in fast ähnlicher Form vor dem zweiten Weltkrieg an der Rednitz südlich von Weikershof – ebenfalls an der Nürnberger Stadtgrenze. Zeitgleich mit der König-Ludwig-Quelle erschloss die Fürther Tiefbohranstalt hier in 325 Meter Tiefe die 19 Grad warme Gustav-Adolf-Quelle, deren Wasserqualität der Bad Kissinger Max-Quelle gleichkommt.

1934 wurde dieses Heilwasser für eine private Badeanstalt genutzt, da am Kriegsende von Fliegerbomben getroffen wurde. 1952 konnte sich allerdings gesundheitsbewusste Wasserfreunde erneut in dem 33 mal 13 Meter großen Schwimmbassin tummeln. Doch schon am 23. April 1953 verfügte die Stadtverwaltung auf Grund hygienischer Bedenken die Schließung der im Überschwemmungsgebiet gelegenen Badeanstalt.

Eine Genehmigung hatte ihr Betreiber Kriegbaum ohnehin nie bekommen. Vielmehr bereits 1937 eine baupolizeiliche Aufforderung zur Beseitigung des ordnungswidrigen Zustandes samt bereits errichteter Umkleidekabinen. Kriegbaum macht für die Blockadehaltung der Behörden Franz Jakob verantwortlich, NSDAP-Kreisleiter und Fürther OB von 1933 bis 1940. Dieser hatte am Espan die „Jakobs-Quelle“ erbohren lassen und soll in der Gustav-Adolf-Quelle eine unliebsame Konkurrenz gesehen haben.

Den letzte Akt des Trauerspiels um das noch jahrelang wild genutzte Weikershofer Bad vollzogen die Stadtwerke erst in den 80er Jahren, als das unfallgefährliche Beton-Schwimmbecken eingeebnet wurde. Den Erhalt der Gustav-Adolf-Quelle stellte die Stadt allerdings nie in Frage. Für eine neue Fassung fehlte ihr bislang jedoch das nötige Geld. (Zitat Ende)

(Blättla Nr. 3/2000)

Ein endgültiges Verschließen war jedoch nicht möglich, da man befürchten musste. Dass dann der natürliche Überdruck der Quelle möglicherweise die alte Fassung sprengen würde und das austretende Grundwasser der Stadt versalzen könnte. Der Bürgerverein Gebersdorf e.V. wollte schon seit längerer Zeit die Gustav-Adolf-Quelle reaktivieren. Hans Schobig, eines der ältesten Mitglieder des Bürgervereins und einer der ältesten Gebersdorfer hat sich für die Reaktivierung der Quelle vehement eingesetzt.

Da er die nutzlose Verschwendung des hervorragenden Heilwassers bedauerte, begann Diplomphysiker Ingo Dittrich im Jahre 1997 die Reaktivierung zu betreiben. Vorbild für die Baupläne war der zuvor bereits erwähnte Brunnentempel der Kleinen Mainau. Dazu war zunächst die Stadt Fürth von der Vertrauenswürdigkeit des Bauträgers „Bürgerverein Gebersdorf“ zu überzeugen. Dies gelang wohl nicht zuletzt durch Verweis auf das 1992 mit ebensoviel Umsicht wie Idealismus der Vereinsmitglieder realisierte „Brünnla-Biotop“ an der Dürschinger Straße. In vielen Einzelgesprächen mit den verschiedenen Behörden, voran dem Wasserwirtschaftsamt des Freistaats, konnten nach und nach alle erforderlichen Genehmigungen eingeholt werden.

Mittlerweile unterstützte die Fürther Stadtwerke, heute „Infra Fürth GmbH“, auf vielfältige Weise das Projekt, zum Beispiel bei der Verrohrung.

Zum Bau stellte die Stadt Nürnberg Material zur Verfügung. Auch die Stadt Fürth stand nun tatkräftig mit Hilfe und Material zur Seite.( Zitat Ende)