Kulturmeile Gebersdorf
Wer etwas erleben will, muss sich nicht unbedingt in Nürnbergs City während der „Blauen Nacht“ die Füße plattstehen, um einen Blick in ein Museum zu erhaschen. Man kann auch nach Gebersdorf kommen und vielfältige Veranstaltungen besuchen. Dabei reicht das Angebot vom Kosakenchor in der Stephanuskirche bis zum Minor Swing Quintett mit Roland Schrüfer im Bürgertreff, von den Bluesveteranen Brandl & Schmitt bis zu Volksmusikanten wie den Nemsdorfern und der Frankenbänd.

Wer den Weg zum New Orleans Festival nach Wendelstein scheut, kann die eine oder andere Band von dort auch bei einer Session im Bürgertreff erleben. Hier findet jeden zweiten Dienstag im Monat eine Jazzsession mit Musikern wie beispielsweise Yogo Pausch und Budde Thiem statt.

Der literarisch Interessierte kann Lesungen mit Texten von Erich Fried, Oscar Maria Graf, Adam Scharrer oder aus Tucholskys Weltbühne, jeweils mit musikalischer Begleitung erleben. Auch Fitzgerald Kusz und Klaus Schamberger haben schon aus ihren Werken gelesen. Kabarettfreunde kommen bei einem Kreislerabend mit Rolf Wolle und Ute Rüppel oder bei Weiherers voll auf ihre Kosten. Wer dazu noch etwas zu essen haben möchte, kommt zu Max Kerners „Schäufele mit Kloß“ und natürlich auch zu einem Neubauerschen Schäufele.

Wer lieber chinesisch kocht oder Vollwertküche ausprobieren will, kann dies bei einem Kochkurs im Bürgertreff erlernen. „Toleranz geht durch den Magen“ ist das Motto einer Reihe der Shalom- und Umweltgruppe. Hier wird sich mit der Küche, aber auch der politischen Situation von Ländern wie Nicaragua oder Indien auseinandergesetzt.

Wer sich berufen fühlt, Lieder zu singen, auf einem Instrument etwas vorzutragen, zu jonglieren, zu zaubern oder zu tanzen, hat bei „Wer ko, der derf“ eine gute Möglichkeit, seine Talente vor einem höchst interessierten Publikum zu präsentieren. Alljährlich eine Attraktion auf dem Stadtteilfest ist der Auftritt der Bauchtanzgruppe.

Man sollte auch nicht versäumen, sich die Bilder von Klaus Schobig († 2001), einem phantastischen, weit über Nürnbergs Grenzen hinaus bekannten Maler anzuschauen. In Gebersdorf lebt und arbeitet auch der weithin bekannte Bildhauer Walter Ibscher, Besuchern der Stephanuskirche durch das dortige Kruzifix bekannt.

Hineinhören sollte man auf alle Fälle in die CD des leider früh verstorbenen Pfarrers Norbert Lennert sowie die CD „Von meiner besten Seite“ von Günter Blaufuß. Freunden der Akkordeonmusik sei die Kassette der Akkordeongruppe anlässlich ihres zwanzigjährigen Bestehens empfohlen.

Die Gebersdorfer feiern gerne und oft. So lohnen Besuche am Brünnlasfest, auf der Kärwa, beim Stadtteilfest im Bürgertreff genauso wie beim Gemeindefest der Stephanusgemeinde, beim Pfarrfest in Heilig-Kreuz, bei Musik im Schatten der Kirche und nicht zuletzt beim Schulfest allemal. Auch der Gebersdorfer Weihnachtsmarkt ist einen Abstecher wert.

Aus vielfältigen Angeboten und Möglichkeiten bleibt auszuwählen, mitzumachen, initiativ zu werden, so dass Gebersdorf auch in Zukunft ein lebens- und liebenswerter Stadtteil bleibt.

(Quelle: Gebersdorf, Bauern, Siedler und Soldaten; Artikel von Günter Blaufuß)