Bürgertreff Gebersdorf e. V.


Das Haus des Bürgertreff Gebersdorf (Neumühlweg 2) wurde 1951 als Polizeiwache in Gebersdorf erbaut. Es diente, nach der Auflösung der kleineren Polizeireviere in den Jahren 1963 und 1964, lange als Wohnhaus für Familien von Polizeibeamten. In der Zeit zwischen 1985 und 1988 stand das Haus leer, der herrliche Garten blieb ungenutzt. Die Idee von einem „offenen Haus“, von einem Treffpunkt für die Bürgerinnen und Bürger unseres Stadtteils wurde in dieser Zeit geboren.

Die Jahre 1987 und 1988 waren geprägt vom Ideensammeln, von ersten Gesprächen mit Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung. Wir hatten völliges Neuland betreten. Die „Idee Bürgertreff“ musste in die Herzen und Köpfe der politisch Verantwortlichen und der Verwaltungsfachleute gebracht werden. Wir waren begeistert und viele unserer Gesprächspartner von Skepsis und Zweifel geplagt.

Nachdem der Kulturausschuss am 10.02.1989 grünes Licht für die Einrichtung eines Bürgertreffs gegeben hatte, gründeten 10 Tage später 16 Gebersdorfer den Verein „Bürgertreff Gebersdorf e.V.“. Menschen aus unterschiedlichen Generationen trafen sich und trugen all ihr Fachwissen und Berufswissen zusammen, um den Bürgertreff entstehen zu lassen. Hohe Arbeitsmoral und solider Idealismus führten zum Erfolg. Wir ließen in der ehemaligen Polizeiwache einen Ort entstehen, an dem in unserer hektischen, auf Wachstum eingestellten Gesellschaft, die Freiheit zur eigenen Entscheidung spürbar wird: Freiheit zur Gelassenheit, Freiheit zu alternativem Leben ohne Sektierertum und Freiheit zu jedem ernsthaften Engagement, das auf die konkrete Wirklichkeit eines Stadtteils, einer Nachbarschaft, einer sozialen Gruppe oder der politischen Landschaft bezogen ist. Das ist Gebersdorfer Lebensstil!

Schwierigkeiten blieben nicht aus. Es gab Verzögerungen beim Mietvertrag, den wir mit der Stadt Nürnberg abschließen mussten. Doch wir trafen auf fachlich kompetente Verwaltungsbeamte im Liegenschaftsamt, die unser Projekt mutig unterstützten. Hier muss Herr John P. Zeitler genannt werden. Er hat uns mit Sympathie begleitet und unser Kulturprojekt mit seinem Verwaltungswissen aktiv unterstützt.

Die Erfahrung mit einer Stadtverwaltung, die sich offen zeigt und auch ungewöhnliche Projekte begleitet, war für unser Projekt wichtig.

Auch Hans-Jürgen Vogt und Ilona Porsch vom Amt für Kultur und Freizeit begleiteten uns und gaben uns wertvolle Ratschläge. Diese Unterstützung war für uns am Anfang von großer Bedeutung, den die gute Beratung ließ uns Sicherheit im notwendigen Umgang mit Behörden erlangen. Die sinnvolle Unterstützung durch Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalpolitik gab uns Mut zu unserem sehr riskanten Projekt Bürgertreff.

Mit dem Kinderspielplatz, den wir in Eigeninitiative bauten, konnten wir unser Gebersdorf „kinderfreundlich“ gestalten. Die Erlebniszone Bürgertreff wurde von uns eingerichtet.

(Quelle: Gebersdorf, Bauern, Siedler und Soldaten; Artikel von Jürgen Feldmeier)