Das Brünnla
Am Hang über dem Wiesengrund traten in früheren Zeiten mehrere Quellen ans Tageslicht. Ende des 19. Jahrhunderts wurden diese gefasst. Aus Überlieferungen ist uns bekannt, dass die Gebersdorfer, die keinen eigenen Brunnen hatten, sich hier mit Trinkwasser versorgten.
Eine Wasserleitung gab es in Gebersdorf erst ab 1907. Des weiteren wurde das Becken von den Bauern zum Waschen der Weißrüben genutzt.

Auch als während des 2. Weltkrieges die Wasserversorgung unterbrochen war, holten sich die Gebersdorfer das Wasser wieder vom Brünnla. Übrigens: Vorrang hatte der ortsansässige Bäcker Adam Wagner (der auch eine neue Einfassung errichtete), denn ohne frisches Wasser gab es auch kein Brot.

Die alte „Brünnlasfuhr“ (Schwarz/weiß Bild, coloriert). (Bild: Johann Schmidt, Archiv Geschichtsarbeitskreis)

Immer dann, wenn nach der Kirchweih, wie man so schön sagt, der Pleitegeier in den Geldbeuteln saß, gingen die Kärwa-Boum zum Geldbeutelwaschen ans Brünnla.
Im Gegensatz zum Betzen-Austanzen, ein in ganz Franken verbreiteter Kirchweihbrauch, ist das Geldbeutelwaschen eher im Altbayerischen anzutreffen. Sinn des Brauches war zu zeigen, dass man während der „tollen Tage“ nicht gespart und alles Geld ausgegeben hatte. In Gebersdorf pflegen die Kärwaburschen diesen Brauch, der heute allerdings aus organisatorischen Gründen bereits zu Beginn der Kirchweih vollzogen wird.
Geldbeutelwaschen (Bild: Ludwig Schmitt, Archiv Geschichtsarbeitskreis)
Dieses alte Brünnla wurde in den 60er Jahren durch bauliche Maßnahmen (Wohnbebauung an der Dürschinger Straße) leider zugeschüttet.

Angeregt durch nostalgische Betrachtungen, sowie Erzählungen älterer Mitbürger, wurde 1990 im Bürgerverein der Gedanke geboren, das Gebersdorfer Brünnla wieder zu erbauen. Einige Mitglieder konnten sich noch in etwa an diese alte Stelle erinnern, wo einst die Quelle plätscherte.

Die Baupläne wurden erstellt und auch überraschen schnell genehmigt, eine Wasserader wieder gefunden, der Bau begann. Als im darauf folgenden Jahr für die neu errichteten Gebäude in der Dürschinger Straße der Kanalanstich vollzogen wurde, versiegte die erst wiedergefundene letzte Wasserader. Nach Gesprächen mit der zuständigen Bauaufsicht wurden entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet.

Einweihung und Übergabe des Brünnlas durch 1. Vors. Udo Müller (Bild: Ludwig Schmitt, Archiv Geschichtsarbeitskreis)

1992 wurde dann die neue Einfassung, zusammen mit dem angrenzendem Biotop und
Sitzgelegenheiten zum Verweilen, eingeweiht und der Stadt Nürnberg übergeben.
1992 wurde dann die neue Einfassung, zusammen mit dem angrenzendem Biotop und Sitzgelegenheiten zum Verweilen, eingeweiht und der Stadt Nürnberg übergeben. Die Pflege des Geländes übernehmen weiterhin Mitglieder des Bürgervereins. Einmal im Jahr, am Kärwa-Freitag, findet hier das „Brünnlas-Fest“ statt.

Das alte Brünnla befand sich etwa 30m weiter östlich der jetzigen Stelle.